Klimaschutz konkret im Peiner Land

Siebte Digitale Sprechstunde mit Dr. Julia Verlinden, M.d.B., energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion und Marlene Horrmann am 11.08.2021

Ein brandaktuelles Thema, sachkundige Gäste und ein großes Publikum, das sich rege beteiligte: Auch die 7. Digitale Sprechstunde der Landratskandidatin Stefanie Weigand war ein voller Erfolg.

So freute sich Dr. Julia Verlinden, grüne Bundestagsabgeordnete und energiepolitische Sprecherin, über den „Brückenschlag“ zwischen Bundes- und Kommunalpolitik. „Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen – das ist Aufgabe des Bundes“, stellte sie klar. Auch sollten bürokratische Hürden für die Gründung von Bürgergenossenschaften abgeschafft und Bürgerprojekte im Bereich von erneuerbaren Energien durch Mittel aus einem Bürger-Energie-Fonds unterstützt werden, wie es ihn in Schleswig-Holstein bereits gibt.

Die Peiner Gymnasiastin Marlene Horrmann, Aktivistin bei Fridays For Future, sprach sich dafür aus, den Klimanotstand auszurufen und junge Menschen an politischen Entscheidungen mehr zu beteiligen. „Außerdem muss die Klimaschutzagentur des Landkreises verstärkt werden und noch viel mehr Aufklärung betrieben werden“, ergänzte sie.

Christoph Schramke, Geschäftsführer der Windstrom GmbH aus Edemissen, musste leider kurzfristig absagen. Er hatte jedoch eine schriftliche Stellungnahme zur energiepolitischen Lage zur Verfügung gestellt, aus der Moderator Andreas Möser zitierte. Die Firma Windstrom hebt darin besonders die Probleme mit den langwierigen Genehmigungsverfahren hervor, Außerdem fordert das Unternehmen einheitliche Verfahren, die Doppelprüfungen überflüssig machen, und ein Monitoring über den Fortschritt des Ausbaus von Windenergie.

Roland Kretschmer, Geschäftsführer der Kretschmer Energie Consulting GmbH in Peine, schloss sich dem an und schlug zudem obligatorische Solaranlagen bei Neubauten vor. „Es gibt im Landkreis so viele Hallen mit großen Dächern – wieso sind die nicht mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet?“ fragte er sich.

Stefanie Weigand berichtete dem staunenden Publikum, dass der Landkreis Peine im Jahr 2010 einen Preis als klimafreundliche Kommune gewonnen hat. Außerdem verwies sie auf das Klimaschutzkonzept des Landkreises, das zwischen 2010 und 2021 erstellt wurde und 2013 vom Kreistag verabschiedet wurde und schon etliche der Vorschläge und Forderungen enthält, die von den Gästen geäußert wurden – inklusive der Einrichtung eines Jugendparlaments! Stefanie Weigand forderte, endlich zu handeln und dieses Konzept nicht weiterhin in Schubladen verstauben zu lassen, sondern es zügig umzusetzen. „Eins ist klar“, betonte sie, „die Folgen des Klimawandels werden sehr viel teurer als alle Investitionen in Klimaschutz es jemals sein könnten.“

Nach der Diskussion der Publikumsfragen und den Schlussworten der Gäste schloss die Veranstaltung mit der einmütigen Forderung, dass die Politik nicht länger zögern darf und umgehend handeln muss.

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