
Am 3. Februar haben wir im Rahmen unserer Kampagne „Über MORGEN reden” in der Kreisgeschäftsstelle Peine eine Veranstaltung veranstaltet, die gezeigt hat, wie viel es zu besprechen gibt – und wie viel bereits läuft. Gemeinsam mit Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Christian Meyer und meiner Kollegin Claudia Wilke, die für uns als Bürgermeisterkandidatin in Vechelde antritt, haben wir über Themen gesprochen, die unseren Landkreis ganz unmittelbar betreffen: Windkraft, Grüner Stahl, Wasser und die Frage, wie Kommunen von der Energiewende wirklich profitieren können.
„Über MORGEN reden” heißt: Wir nehmen uns die Zeit, die große Politik auf das herunterzubrechen, was sie für Menschen hier vor Ort bedeutet. Genau das wollten wir an diesem Abend tun.
Niedersachsen erzeugt mehr Strom, als es verbraucht
Eines der beeindruckendsten Fakten des Abends: Laut dem Energiewendebericht 2024 hat Niedersachsen inzwischen 102,3 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt – und exportiert 16,2 Terawattstunden in andere Bundesländer. Das Kohlekraftwerk Mehrum wurde abgeschaltet, ohne dass es auch nur zu einem einzigen Netzproblem gekommen wäre. Niedersachsen und Bremen haben dabei die günstigsten Strompreise bundesweit.
Das ist nicht selbstverständlich. Das ist das Ergebnis von Jahren konsequenter Energiepolitik – und es zeigt: Die Energiewende funktioniert.
Was das für Peine konkret bedeutet
Als Gemeinderatsmitglied in Ilsede weiß ich, wie eng die Kassen vieler Kommunen oft sind. Umso wichtiger ist, dass das niedersächsische Windgesetz seit 2024 verpflichtende Akzeptanzabgaben vorsieht: Jedes neue Windrad bringt der Standortgemeinde etwa 30.000 Euro pro Jahr – direkt für Schulen, Freibäder, Vereine, Naturschutz. Anwohnerinnen und Anwohner im Umkreis von 2,5 Kilometern erhalten zusätzlich rund 15.000 Euro jährlich.
Das ist keine abstrakte Energiepolitik. Das ist ein Freibad, das offen bleibt. Das ist eine Schule, die saniert wird.
Grüner Stahl in Salzgitter: Chance für die gesamte Region
Besonders bewegt hat mich die Diskussion über das SALCOS®-Projekt bei der Salzgitter AG. Die Umstellung auf wasserstoffbasierte Stahlproduktion mit dem Ziel einer 95-prozentigen CO₂-Reduktion bis 2033 ist ein Projekt von nationaler Bedeutung – und gleichzeitig unmittelbar unser Nachbar. 2,3 Milliarden Euro Investitionsvolumen, tausende Industriearbeitsplätze, die zukunftssicher gemacht werden sollen: Das ist die Verbindung von Klimaschutz und sozialem Zusammenhalt, für die ich seit Jahren eintrete.
Wichtig ist dabei Ehrlichkeit: In der Übergangsphase wird auch Erdgas eingesetzt. „Grüner Stahl” ist zunächst kein emissionsfreier Stahl. Aber er ist der richtige Weg.
Konflikte ernst nehmen, statt sie zu verschweigen
Wir haben an dem Abend auch über die schwierigen Seiten gesprochen: Klagen durch die fossile Lobby, Flächenkonflikte bei Solar, sinkende Grundwasserspiegel. Meine Überzeugung: Diese Konflikte lassen sich durch gute Governance lösen – aber nur, wenn wir sie offen benennen und aktiv moderieren, statt sie zu umschiffen.
Das gilt auch für meine Arbeit als mögliche Landrätin: Ich möchte die Menschen im Landkreis Peine nicht nur informieren, sondern wirklich einbeziehen. Deswegen heißt die Kampagne „Über MORGEN reden” – und deswegen werden wir weiter solche Veranstaltungen machen.
Wer beim nächsten Mal dabei sein möchte: Meldet euch gerne über kreisverband@gruene-peine.de oder folgt uns auf Instagram.

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